Comickurs in Sigmundsherberg

In der Zeichenkunst geht es darum, einen Teil der sichtbaren Welt abzubilden. Kenntnisse der Perspektive, der Anatomie, der Wirkungen von Licht und Schatten sind dabei für eine realistische Darstellungsweise vorteilhaft. Beim Comiczeichnen ist eine realistische Darstellung nicht unbedingt erforderlich und die formalen Qualitäten der Zeichnung sind zweitrangig.

Wesentlich beim Comiczeichnen ist es, dass die Bilder eine Geschichte voranbringen. In einem Zeichenkurs kann man Disziplinen wie Anatomie, Perspektive, etc. lernen. Comiczeichnen hat man aber erst dann gelernt, wenn man eine Geschichte in Bildern erzählt hat. Wer den Workshop Comic mitmacht, hat am Ende eine fertige Comicseite als Ergebnis: Eine Seite, die eine Geschichte erzählt, die man selbst erfunden, getextet, entworfen, skizziert und schließlich reingezeichnet hat. Das ist ein schönes Erfolgserlebnis, das meines Wissens in keinem anderen Comickurs an einem Wochenende erreicht wird.

mehrere Skizzen und das fertige Original des Cartoons "im Winter kann Erwin..."
von der Skizze zum fertigen Cartoon

Alle Lerninhalte beziehen sich darauf, dass am Ende eine Seite als Ergebnis vorliegt. Daher geht es am Freitagabend um das Erfinden und Schreiben einer Geschichte, am Samstag um das Skizzieren und Verfeinern von Bildern, die diese Geschichte erzählen, und am Sonntag um die Reinzeichnung und das grafische Leitsystem, das einen Comic erst lesbar macht. Um diese Basisfähigkeiten zu erlernen, braucht man keine zeichnerischen Vorerfahrungen zu haben.

Wer schon fortgeschrittene Fertigkeiten beim Zeichnen hat, wird darüber hinaus bei den Lernschritten unterstützt, die seinen oder ihren Vorerfahrungen und Fähigkeiten angemessen sind und sie auf ein höheres Niveau bringen. Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen zeichnen im Workshop Comic ihre allererste Comicseite. Wer schon Comics gezeichnet hat, kann seine Fähigkeiten im Workshop verbessern und so eine bessere Comicseite als bisher zeichnen.

Wesentlich ist, dass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin an einem Wochenende eine Seite komplett erstellt, die den Lernerfolg dokumentiert. Der Comic-Workshop findet nur ein Mal pro Jahr statt. Der nächste Termin ist von Freitag den 10. bis Sonntag den 12. Mai 2019. Anmeldung und mehr Infos hier.

4 Methoden, wie Du Deine Zeichnungen kontinuierlich verbessern kannst

Niemand macht auf Anhieb fehlerfreie Zeichnungen, man braucht immer die Möglichkeit zur Korrektur. Natürlich kann man radieren, das hat aber den Nachteil, dass Graphitspuren bleiben und das Papier darunter leidet. Viel besser ist es mit einer der folgenden Methoden eine neue verbesserte Zeichnung auf einem neuen Blatt zu machen.
1. einfach ein neues Blatt Papier darüberlegen und die richtigen Linien auf das neue Blatt übertragen, die falschen korrigieren. Das funktioniert dann, wenn das Papier ausreichend transparent ist. Die meisten Kopierpapiere mit 80 g/m² sind dafür ausreichend durchsichtig, sofern sie nicht glanzbeschichtet sind. Die professionellere Variante dieser Methode: man nimmt Transparentpapier.
2. der Leuchttisch: ob groß oder klein, ob Möbelstück mit Leuchtstoffröhren drin oder schickes LED-Zeichenbrett, jeder Leuchttisch funktioniert nach demselben Prinzip: Die Zeichnung und das neue Blatt liegen auf einer Glasplatte, die von hinten beleuchtet wird. So wird die Zeichnung auf dem neuen Papier sichtbar und kann durchgezeichnet werden, wobei man Fehler korrigieren kann.
3. das Projektionsgerät: diese optische Vorrichtung ist meist an einem höhenverstellbaren Galgen aufgehängt, mit dem man den Grad der Vergrößerung bestimmen kann. Zusätzlich zur Korrektur hat diese Methode auch noch den Vorteil, dass man seine Zeichnung dabei vergrößern kann. Diese Projektoren findet man im Künstlerbedarfshandel, außerdem gibt es Digitalprojektoren, die allerdings voraussetzen, dass die Vorlage zunächst eingescannt wird.
4. Ebenentechnik in dem Bildbearbeitungsprogramm Deiner Wahl (bei digitaler Arbeit)
Kennst Du weitere Methoden, wie man Zeichnungen überarbeiten kann ohne zu radieren? Dann beschreib sie doch unten im Kommentarbereich!